Edition Wörtersee
 

 

  

 

 

Die Edition Wörtersee ist eine neue Literaturreihe für Lyrik und Prosa, die sowohl jungen bislang unbekannten Autoren als auch bekannteren Namen ein Podium bieten möchte. Herausgegeben von Peter Hinke und gestaltet von André Göhlich ist diese Reihe ein fester Bestandteil in unserem Programm.

Von der Stiftung Buchkunst wurde die Edition Wörtersee im Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher« 2006 mit einer Prämierung für die Reihengestaltung ausgezeichnet.


Carl-Christian Elze
Gänge

Gedichte

In seinen neuen Gedichten ist Carl-Christian Elze zu Fuß und in der Luft unterwegs, durch lachs-belegte abendwolkenbrötchen und dunkelblaues veilchenfleisch, per Flugzeug und im Leichenwagen, auf verstörend bunten Spaziergängen zu Rohrverlegungen und Kühen am Elektrozaun. Sanft streicht er an Knorpelkanten entlang, besucht Benn in der Bozener Straße, rast über die zärtliche deutsche autobahn und lässt im Hochgebirge Echos widerhallen. Elzes Zugriff aufs Kreatürliche und Traumhafte ist beunruhigend und komisch zugleich. Vom Klang geführt und mit drängendem Puls treiben seine Gedichte mit Wucht voran in Gefilde, in denen man sich umschauen sollte.

spazieren
leicht, dich zu lieben, schwer
heute leicht, morgen schwer
wie panzer vielleicht, vielleicht auch nie
dass es aufhört, unerhört leicht
nur manchmal, dass es aufhört
wie mit dem hammer
draufgehauen. sperrfeuer.
erklären soll man das nicht.
das renkt sich gewöhnlich
gleitend so ein beim spazieren
über stock & stein, als wär
dein bein mein bein & wer ich bin
ist dann ganz gleich. nicht länger schwer.
wie luft vielleicht.
unfassbar leicht, dich zu lieben

Über den Autor:
Carl-Christian Elze wurde 1974 in Berlin geboren und wuchs in Leipzig auf. Studium der Biologie und Germanistik, arbeitete danach im Zoologischen Garten Berlin. Seit 2002 Redakteur und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift plumbum. Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2006 veröffentlichte er den Gedichtband »stadt / land / stopp« (mdv) und das musikalische Hörbuch »greenbox« (ipuuea). Für seine Gedichte wurde er bereits mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.

Klappenbroschur, 92 Seiten, 12,– €
ISBN 978-3-937799-37-7

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Vom Jüngsten Tag
Ein Lesebuch des Kurt-Wolff-Verlages 1913-1918
Herausgegeben von Peter Hinke

In seiner Buchreihe »Der Jüngste Tag« versammelte der Verleger Kurt Wolff Autoren seiner Zeit, deren Texte ihn begeisterten. Er wollte das verlegen, was ihm originell, dichterisch wertvoll, zukunftsträchtig erschien, ohne Rücksicht, ob es leicht oder schwer zugänglich sei, wollte Leser »enthusiasmieren«. Später bekam seine Autorenauswahl den Stempel »Expressionismus« aufgeprägt, auch wenn diese nie ein gemeinsames Programm verfolgt hatten. Die meisten Autoren, die er entdeckte, förderte und verlegte, haben Eingang in den Literaturkanon gefunden. Im vorliegenden Band werden die wichtigsten Autoren der Reihe versammelt: Johannes R. Becher, Gottfried Benn, Paul Boldt, Iwan Goll, Walter Hasenclever, Georg Heym, Franz Kafka, Else Lasker-Schüler, Eugen Roth, Ernst Stadler, Georg Trakl, Robert Walser, Franz Werfel u.a.

Klappenbroschur, zweifarbige Ausstattung, 120 Seiten, ca. 15,– €
ISBN 978-3-937799-35-3

Erscheint im Juni 2009

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Tonbrand Schlaf. Gedichte
Mara Genschel

»Mara Genschel muss man hören. Und sehen. (…) Dem ganz eigenen, atemlosen und sinnlichen Rhythmus folgend, der etwas unbedingt Dramatisches hat, der einen mitzieht, bedrückt und beglückt zugleich. Dazu die flirrenden Bilder vorm eigenen inneren Auge tanzen sehen – man sieht und spürt sofort: diese Zeilen sind mehr als ein Spiel. Sie sind not-wendig.« (Christian Schloyer)

Bin implodiert hier Freunde,
eingenistet in dies Fest ganz
mein sinkt weiche Sinus
wellen tief tief zahme
Zahnbeats knistern
Schauder, schaut
in meine Brüste:
Hertztonhalle singt
No-Input Mischpult
spricht so taucht mich
tief in dies Geräusch
vermisst mein Stimmband,
misst verstärkten Laut.

Über die Autorin:
Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, studierte Musik in Detmold, seit 2004 am Literaturinstitut in Leipzig, schreibt Lyrik und Prosa und arbeitet an Projekten im Bereich Neue Musik und Hörspiel.

Klappenbroschur, 76 Seiten, 10,– €
ISBN 978-3-937799-31-5

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Turboprop – Beste Stories
Herausgegeben von Christoph Graebel und Claudius Nießen

Turboprop Literatur, das ist Lesung im Showformat oder »Zimmer frei für Literatur«, wie Spiegel Online schrieb. Turboprop Literatur – das sind Gespräche, Leseblöcke und Einspielfilme, das sind Publikumsrätsel und Schreibaufgaben, das sind die Moderatoren Christoph Graebel und Claudius Nießen.

Zum 50. Turboprop-Jubiläum haben sie zehn ihrer liebsten Gäste eingeladen, Geschichten zu schreiben. So versammeln sich hier mit Originalbeiträgen einige der wichtigsten deutschen Autorentalente: Paul Brodowsky, Guy Helminger, Tobias Hülswitt, Philip Meinhold, Clemens Meyer, Annette Mingels, Selim Özdogan, Jochen Schmidt, Saša Stanišić und Anke Stelling.

Die Herausgeber
Christoph Graebel, geboren 1981 in Hannover, und Claudius Nießen, geboren 1980 in Aachen, lernten sich während des Studiums am Deutschen Literaturinstitut Leipzig kennen. Nach dem Besuch zahlloser »Wasserglaslesungen« entwickelten sie gemeinsam die Idee für das neue Literaturformat »Turboprop«.

Weitere Informationen gibt es unter http://www.turboprop.org

Klappenbroschur, 140 Seiten, 14,– €
ISBN 978-3-937799-33-9

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Marlen Pelny
Auftakt
Gedichte

In ihren lyrischen Miniaturen ist Marlen Pelny ständig unterwegs, spürt den Geschichten am Straßenrand nach, der Liebe und dem Leben in den Städten. Es ist Musik, es ist keine Musik. Sie zeichnet die Stille auf, die Geräusche, den Rhythmus der Welt, in bloßen Worten, verwundbar und stark.

Über die Autorin:
Marlen Pelny, 1981 in Nordhausen geboren, wuchs in Halle/Saale auf, Mitbegründerin des Projekts »augenpost« und der Band »sonntags«, lebt als Musikerin und Lyrikerin in Berlin und Leipzig.

90 Seiten, Klappenbroschur, 10,– €
ISBN 978-3-937799-23-0

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Ulrike Almut Sandig
Zunder
Gedichte

Zunder, ein altes Zündmittel, mit dem Feuer entfacht wird, das Licht nährt, indem es verbrennt. In diesem Motivkomplex stehen die Gedichte, die der vorliegende Band versammelt. Die Materialität einer inneren und äußeren Welt wird seismologisch erfasst und in Bilder übersetzt. Ins Licht gezogen, vom Feuer verzehrt, aber auch von Schatten verdeckt. Sprachgewandt, bildschön und grazil, die Lyrik der jungen Leipziger Autorin, die wie ein Lied beim Lesen durchs Ohr zieht und das Innerste trifft.

licht, hoch
wir schlafen wie Vögel. die Köpfe an schuppige Lider und Federn des andern gedrückt
die Schnäbel dicht in uns verzahnt/ klein sind wir dann und Vögel und jung
wenn der Himmel hoch dröhnt und Dunkelheit/ größer noch uns die Fenster beschlägt
.und alles am Morgen gestundet sein wird.

die Fenster in denen wir liegen. es ist ein Dröhnen in Nächten wie diesen
doch Flügel sind uns und jung/ und eingewickelt in Schollen von Schlaf
erobern wir längst schon die Töne von innen/ träumwärts und federn
und jünger als je/ wir schlafen wie Vögel einander und weiß
.die Zeit ist uns niemals gewesen.

Rezensionen

»lakonische Gedichte, fern von Tempo und zerebraler Gegenwart. Und ein wenig wie Sarah Kirsch«
(Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2006)

Die Nummer 1 im Wörtersee: Ulrike Almut Sandig gibt Zunder
»Da schreibt eine, wie sie sieht, huscht durch die Morgenröte, abendliche Gerüche, Lichter. Eine, die ihr Leben – die Dichterin ist gerade 26 – als Vergehen, Verändern, steten Wandel begreift. Als verletzlich auch, zerstörbar. Der Tod ist in diesem Alter noch so plastisch, dass man ihn beschreiben kann. Noch. Denn auch die Verluste gehen tiefer, Verletzungen graben sich ein. Wenn man sie denn ernst nimmt. Wie man sich ernst nimmt und alles, was einem geschieht. Das ist das Gegenteil von Kick. Auch sie war das schon: ein Aufbegehren gegen die kommerziell behauptete Art, wie man jung zu sein habe in dieser Zeit. Ein Protest gegen das Oberflächliche, Laute, Sarkastische.
(…) Solche Gedichte, wie sie Ulrike Almut Sandig schreibt, sind Widerhaken, ein Protest gegen das Plakative, das Leicht-Konsumierbare. Was Gedichte nicht immer sind. Schon gar nicht in Zeiten der reimenden Spaßmacher. Im Wörtersee, da kann man sicher sein, laufen die Uhren etwas langsamer, bekommt man - sogar im völlig ungewohnten Quer-Druck - wieder Gedichte, quer gelegt gegen die dahinjagende Zeit. Texte für Menschen, die Verstörung nicht als Angriff auf ihr schönes Selbst begreifen, sondern als Chance. Für Leser eben, diese sonderbare Spezies Mensch.«
(LIZzy-online, 03.01.2006)

Gib mir Zunder!
»
Dieser Satz kann nun auch für den Griff nach dem Bücherregal gelten, nach einem Buch, das die sprachgewandten, grazilen Gedichte der augen::post-Lyrikerin umfasst: ernst und ausgelassen, nachdenklich und intensiv, liebevoll und brennend – mit Zunder wird Feuer entfacht und Licht genährt. Der erste Band der Edition Wörtersee lässt auf weitere so prägnant gestaltete Bändchen hoffen, die hinsehen und hingreifen lassen.«
(angezettelt, Heft 1/2006)

72 Seiten, Klappenbroschur, 10,– €
ISBN 3-937799-16-8

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Ein Hörbuch aus dem Wörtersee: 

»der tag, an dem alma kamillen kaufte«
Marlen Pelny
(Texte und Musik)
Ulrike A. Sandig (Texte)

Siebenundzwanzig Gedichte zwischen Lied und Lyrik im Zwölf-Zentimeter-Format ergeben ein Hörbuch, das von Alma handelt und was sie mit gelben Blumen, Lauch und fliegenden Gänsen zu tun beabsichtigt. Und am Ende, wie alle Dinge, handelt es von euch und von uns und der See, natürlich, am Ende kommt immer die See.

Rezension

»Wer die beiden noch nie live auf einem ihrer Lesekonzerte erlebt hat, hat etwas verpasst. Und wer es getan hat, will mehr davon. Deshalb folgt seit 2002 eine eingeschworene Fangemeinde dem Duo und seinen Auftritten durch Leipzig, um immer wieder aufs Neue mit ihrer hochsensiblen Poesie angereichert zu werden. ›der tag, an dem alma kamillen kaufte‹ heißt das jetzt erschienene Hörbuch, auf dem sich 27 Tracks der Lyrikerin Sandig (Lyrikpreis Meran 2006) und der Songpoetin Pelny (letzte CD: › zwischen eigenen worten‹) versammeln. Die Aufnahme führt durch die eindringliche Sprach- und Klangwelt der Künstlerinnen. Rhythmus und Überraschung wohnen hier Tür an Tür. Wie in einem gelungenen Roman, an dessen Kapitel-Enden Andeutungen gestreut werden, die zum folgenden Abschnitt suchtartig hinziehen, ist auch das Alma-Hörbuch ein echter ›Pageturner‹ im musikalischen Sinne. Pelny und Sandig bestehen dabei mit ihren jeweiligen Stücken individuell und stark nebeneinander. Wenn dann in Track 06 (›atemstein‹) erstmalig ihr gemeinsames rhythmisches Sprechen zu hören ist, ist diese Fusion ein Gänsehaut-Highlight, das ab dann immer wieder aufscheint und uns das Wort ›Einklang‹ neu verstehen lässt.«
(Amber Rusalka Reh, Kreuzer. Das Leipziger Stadtmagazin, Oktober 2006)

CD, Laufzeit 59 Min., Booklet, 12,– €
ISBN 3-937799-20-6

Weitere Informationen gibt es auf http://www.almas-kamillen.de/.

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Andreas Reimann
Will an deinen Leib mich fügen
Liebesgedichte

Erstmals stellt Andreas Reimann eine Auswahl seiner bislang erschienenen sowie noch unveröffentlichten Liebesgedichte zu einem Band zusammen. Die vielfältigen Seiten von Liebe werden von ihm entdeckt. Formvollendet, sinnlich und von großer Schönheit.

Liebeslied
Will an deinen Leib mich fügen
ohne Furcht vor meinem End.
Will mir einen Frieden lügen,
der nicht auch die Kriege kennt.
Will in deinen Achselhöhlen
Dunkel tun auf mein Gesicht.
Will von mir das Wissen stehlen,
daß ein Wechsel ist im Licht.
Will an deinen Küsten landen:
Lieber bitter sein als leer.
Lieber will an dir ich stranden,
als zu sinken auf dem Meer.
Und nach überlangen Jahren,
wenn ein Grau dein Haar beschlägt:
Wenn wir wissen, wer wir waren,
wissen wir, was weiterträgt.

Über den Autor:
Andreas Reimann, 1946 in Leipzig geboren, machte sich ab Mitte der 60er Jahre einen Namen als Lyriker. Er studierte kurzzeitig bei Georg Maurer am Literaturinstitut in Leipzig. Wegen seiner kritischen Haltung wurde er inhaftiert und in den folgenden Jahren mit einer Veröffentlichungssperre belegt. Er arbeitete jedoch als Theaterautor und Texter für Chansoninterpreten und Rockgruppen. Nach 1990 erschienen von ihm wieder mehrere Gedichtbände sowie Sammlungen mit Prosa und Essays. Er erhielt verschiedene Literaturpreise, zuletzt 2005 den »Brüder-Grimm-Preis« der Stadt Hanau.

Rezensionen

Die Zigarette danach: Ein Vergehen
»Seine Liebesgedichte der vergangenen 30 Jahre sind mit vielen neuen Texten im frischen Band ›Ich will an deinen Leib mich fügen‹ vereint. (…) So melancholisch der Grundton des 1946 in Leipzig Geborenen wirkt, so gewitzt verblüfft er im Detail, nicht mit frivolem Augenzwinkern, sondern prallen Bildern. Sein scharfer Blick ist Bewacher wie Beobachter schäumender Nächte. Die, da sie übersprudeln, zum Wahnwitz laden wie im Gedicht ›Zum dritten Hochzeitstag‹. (…) Manche dichterischen Liebkosungen sind zu schön. Die Liebenden dieser Verse sind wunderbar fehlerhaft, deren Kümmernisse gelten dem Ungefähren. Andreas Reimann, der zeichnende Autor, pflanzt üppige Labyrinthe aus Pappeln, Weiden und Rabatten; statt verwinkelter Wege gestattet er sich Lichtungen. ›Daß der baum/ aufgibt den wunsch,/spazieren zu gehen,/das ist der preis, den er zahlt/für sein beharrliches leben.‹
Ob nun der Mann dem Mann beiwohnt oder der Einsame die Stille flieht, ob es ein Kommen oder ein Gehen ist – auf gut hundert Seiten besingt Reimann den Wagemut. Mal drastisch, mal zart. Eine Zigarette danach ist ihm glimmendes Vergehen. In zerwühlten Laken und zerdrückten Kissen sind die Gedichte der Stoff, gewebt aus Spott, List, Geist und Zorn.«
(Leipziger Volkszeitung, 12.04.2006)

108 Seiten, Klappenbroschur, 12,– €
ISBN 3-928833-36-7

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Kerstin Preiwuß
Nachricht von neuen Sternen

Gedichte

»weder will ich noch werd ich noch kann ich je/das maß verstehn, aus dem die erde fiel«. Kunstvoll und zeitlos und immer auf der Suche nach dem, was überdauert, erzählt Kerstin Preiwuß in ihren Gedichten über Mythen und Landschaften, über Veränderung und Vergänglichkeit. Dabei verleiht sie einem Kreislauf Sprache, in dem Schiff- und Aufbruch sich letztlich bedingen und allein Überlieferungen aus alter Zeit und Erinnerungen an die Kindheit von Dauer künden, einen Bogen schlagen zum Heute und Jetzt.

mittsommer
so wie wir sprachen
fuhr es weithin,
trägt sonst nur sterne, der himmel
von blicklosem samt

wir sprachen so wie
es klingt, schön gerade pfeils
aus gebreitetem licht
von einer sonne

sprachen so wie wir
ausgedacht, die worte
mussten für helle zeiten
schönes tragen

wie so wir sprachen
immer fort
trieb die zeit uns
unter den händen
der sommer
zerbrach

Über die Autorin:
Kerstin Preiwuß, 1980 in Lübz geboren, aufgewachsen in Plau am See und Rostock, studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie in Leipzig und Aix-en-Provence. Zur Zeit arbeitet sie an ihrer Promotion und ist seit Herbst 2006 Studentin am Literaturinstitut Leipzig. Sie veröffentlichte bislang Lyrik, Prosa und Essays in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien. »nachricht von neuen sternen« ist ihr erster Gedichtband.

Rezensionen

nachricht von neuen sternen heißt das Debüt von Kerstin Preiwuß, die sich hier am Betriebshimmel der deutschsprachigen Dichtung zu Wort meldet. Die in Leipzig lebende Doktorandin tut es mit Gedichten, die dreifach für sich einnehmen: mit dem trittfesten Fundament der antiken und zeitgeschichtlichen Mythen, den fein gezogenen Schnitten darin und schließlich mit diesem bitteren Witz. Der Tonfall, den das ergibt, ist einer, der nicht aus dieser Zeit zu sein scheint. Babylonisch klingt er trotzdem nicht, sondern unerhört gut.
(U.A. Sandig, Zeitschrift Kunststoff, Leipzig, Dezember 2006)

Klappenbroschur, 80 Seiten, 10,– €
ISBN 3-937799-21-4

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Georg Maurer
Ich sitz im Weltall auf einer Bank im Rosental

Gedichte

»Als Student, als Lehrender und Übersetzer, als einer, der sich gern in Straßen, Fluren, Ländern und Büchern verlor - und als Liebender hörte er nie auf, zu staunen und sich zu wundern. Und so ließ er uns in seinem erstaunlichen Werk eine wunderbare Welt zurück.«
(Wieland Herzfelde)

Bei Georg Maurer wird alles zu Poesie. In leuchtenden Bildern und mit sprachlicher Klassizität umfaßt er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Mensch und Natur, Alltag und Geschichte, Augenblick und Ewigkeit. Gewandt und doch unübersehbar respektvoll aus einem großen Fundus literarischer Bildung schöpfend, sucht er dichtend den Gehalt der Welt zu fassen. Dieses Buch enthält eine von Eva Maurer vorgenommene Gedichtauswahl, die mit dem lyrischen Werk eines wichtigen deutschen Autors des 20. Jahrhunderts bekanntmachen möchte.

Dieses Buch enthält eine von Eva Maurer vorgenommene Gedichtauswahl, die mit dem lyrischen Werk eines wichtigen deutschen Autors des 20. Jahrhunderts bekanntmachen möchte.

Heute
Schräg fällt's vom Stern mir
ins Zimmer.
Es ist das Bett nicht und ist nicht mein Tuch.
Es ist mein Frühstück, mein Mittag- und Abendbrot nicht.
Es ist die Lebenszeit nicht. Es ist dies alles
und mehr.
Ohne es könnt ich nicht leben.
Durchdring mich, du, was vom Stern fällt!
Dich liebt das Denken,
doch nicht weil das Denken dich liebt, bist du.
Mein Leben lieb ich,
und weil es mir lieb ist, leb ich.
Aber weil es ein Mehr gibt als meine Liebe zum Leben,
stammle ich: Wirklichkeit, die von Stern zu Stern fällt,
die heutige, meine!

Über den Autor:
Georg Maurer, 1907 in Sächsisch-Regen/Siebenbürgen geboren, wuchs in Bukarest auf. Er studierte 1926 bis 1933 Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig und schrieb ab 1934 Buchbesprechungen und kunstgeschichtliche Beiträge als freier Mitarbeiter der Neuen Leipziger Zeitung. 1940 wurde er als Funker zum Militärdienst nach Rumänien eingezogen. Aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft im Donezkbecken kehrte er 1945 nach Leipzig zurück. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete er hier zunächst für den Rundfunk und als Übersetzer aus dem Rumänischen. Ab 1955 leitete Georg Maurer das schöpferische Seminar Lyrik am Institut für Literatur »Johannes R. Becher«, wo er ab 1961 eine künstlerische Professur innehatte. Bis 1970 lehrte er dort und prägte eine ganze Generation junger Lyriker. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und Essays. Für sein Werk wurde er mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. 1971 starb er im Alter von 64 Jahren.

Klappenbroschur, 92 Seiten, 11,– €
ISBN 3-937799-22-2

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Diese Seite wurde zuletzt am 15.02.2009 überarbeitet.