Lyrik
 

      

Andreas Reimann
Bewohnbare Stadt
Leipzig-Gedichte
mit Zeichnungen von Rainer Ilg

Ein Spaziergang durch Leipzig, ein Spaziergang durch eine Stadt und ein Jahrhundert. Andreas Reimann schweift in seinen Gedichten durch die Pleißemetropole, im Hier und Jetzt, mit Blick zurück und in voller Fahrt voraus. Er erinnert an die großen Persönlichkeiten der Stadt, die geliebten und die vergessenen, er besucht besondere Orte, klassische wie Auer-bachs Keller und das Neue Rathaus, unkonventionelle wie das Städtische Leihhaus und Pfeifers Eisdiele um die Ecke. Andreas Reimanns besingt die »den Musen bittere Stadt« spöttisch, feinfühlig, zornig.

Andreas Reimann, ein launiger Grantler, ein Original in Lyrik und Leben, ist einer unserer besten Dichter.

Clemens Meyer (FAZ)

Über den Autor:
Andreas Reimann, 1946 in Leipzig geboren, machte sich ab Mitte der 60er Jahre einen Namen als Lyriker. Er studierte bis zu seiner Exmatrikulation aus politischen Gründen am Literaturinstitut in Leipzig. Wegen seiner kritischen Haltung wurde er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und in den folgenden Jahren mit einer Veröffentlichungssperre belegt. Danach angestellt als Transportarbeiter, Brauereihilfsarbeiter, Lohnbuchhalter, daneben schrieb er fürs Theater und war Texter für Chansoninterpreten und Rockgruppen. Nach 1990 erschienen von ihm wieder mehrere Gedichtbände sowie Sammlungen mit Prosa und Essays. Er erhielt verschiedene Literaturpreise, zuletzt 2007 den »Johann-Gottfried-Seume-Preis«.

Oh je, poet!: ist wirklich angebracht
ein solches pathos? Ist dein kaff es wert,
daß man darum solch ein gewese macht?
Wer seine liebe irgendwem erklärt,
erklärt nicht lange, daß ers hätt bedacht:
oft scheint es fast, als habe ihn beschwert
das große wort. So sprich es aus und lache! –

Und alles weitre ist des lesers sache.

Über den Illustrator:
Rainer Ilg wurde 1942 in Leipzig geboren. Er studierte an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar und nahm Zeichenunterricht bei Bruno Quass und Alfred Pretzsch. Seit 1970 ist er als Architekt, Ausstellungsgestalter und Denkmalpfleger tätig, seit 1990 freischaffender Architekt, lebt in Leipzig.

88 Seiten, schön gebunden mit Schutzumschlag, 15,– €
ISBN 978-3-937799-38-4

ebenfalls lieferbar: Andreas Reimann: Bewohnbare Stadt. Leipzig-Gedichte. Vorzugsausgabe
Signiert, mit einem Druck von Rainer Ilg und einem Notenblatt »Leipzig« des Komponisten Bernd Franke. Im Schuber. 50 Exemplare. (Preis auf Anfrage)

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Ulrike Almut Sandig
Streumen
Gedichte

Dieser Band wurde von der Stiftung Buchkunst zu einem der »schönsten deutschen Bücher« 2008 gekürt.

»Streumen ist ein guter Ort, aber der Aufenthaltsort des Glücks liegt von hier aus gesehen immer im Süden. Streumen ist eng. In Streumen ist es wie überall. Streumen ist ein beweglicher Ort. Streumen ist eine unsichere Tätigkeit seiner Bewohner. Unsicher ist auch die Anzahl der Streumenden. Es handelt sich um uns. Wir streumen vor lauter Sehnsucht.«

Über die Autorin:
Ulrike Almut Sandig, 1979 in Großenhain geboren, schloß ein Studium der Religionswissenschaft und Indologie ab und studiert seit 2004 am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Zuletzt erschienen ihr Gedichtband »Zunder« und das musikalische Hörbuch »der tag, an dem alma kamillen kaufte«. Für ihre Arbeiten erhielt sie mehrere Förderungen, zuletzt Stipendien für Aufenthalte in Sydney und Edenkoben. 2006 wurde sie mit dem Kleinen Hertha Koenig-Literaturpreis und dem Lyrikpreis Meran ausgezeichnet. Seit Herbst 2007 gibt sie zusammen mit Jan Kuhlbrodt die Literaturzeitschrift »EDIT« heraus.

an genau dieser stelle versickert das glück. zu retten
bleibt nur, was aufgeführt ist im inhaltsverzeichnis der see,
der halde versandeter wälder: hühnergötter zu finden bringt
glück!! hühner zu finden nicht, tote vögel zu finden nicht, löcher
zu finden schon, nicht neue GÖTTER zu suchen. lediglich hühner
götter zu finden, auch bernstein, blutproben alter bäume, nur
die einschlüsse guter, surrender träume niemals zu finden.
im schlick nie mehr kronen, echsen, nie ein stück wind.

Ulrike Almut Sandig hat eine Webseite: http://www.ulrike-almut-sandig.de

84 Seiten, schön gebunden mit Schutzumschlag, 15,– €
ISBN 978-3-937799-30-8

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Mit einem Reh kommt Ilka ins Merkur
Herausgegeben von Frauke Hampel und Peter Hinke,
Illustriert von Thomas Müller
Mit einem Essay von Andreas Reimann

Leipzig als Universitäts- und Messestadt, als Stadt der Bücher und Ort der friedlichen Revolution, hat viele Schriftsteller - einige für kürzer, andere für länger, viele für immer - angezogen und zum Schreiben herausgefordert. Eine Stadt, an der man sich reiben kann, die im ganzen nie perfekt ist, immer in Bewegung, im Umbruch, aber auch der Ort vielerlei Schönheit, Originale und kurioser Geschichten.

In chronologischer Folge versammelt der Band Gedichte von mehr als 80 Autoren des 20. Jahrhunderts. Geschrieben wird von Gohlis bis Connewitz, vom Völkerschlachtdenkmal bis zum Uniriesen, von Lipsi bis Punk, vom Café Merkur bis zur Kuchenaromafabrik, vom ersten Flug über Leipzig bis zum Treppewischen mit Bob Dylan. Alles spiegelt sich wider in den über 120 Gedichten, ein Jahrhundert der Veränderung von öffentlichen und privaten Räumen, von Lebensgefühl und Zeitstimmung. Ein spannendes, witziges, ernstes, überraschendes Kaleidoskop der Stadt an der Pleiße, die von ihren Dichtern in Liebe gehaßt wird - mit einem Augenzwinkern.

Dieser Band erhielt im Rahmen des Wettbewerbs »Die schönsten deutschen Bücher 2005« der Stiftung Buchkunst den 1. Preis.

248 Seiten, Fadenheftung, schön gebunden, farbig illustriert, 22,– €
ISBN: 3-937799-07-9

Von diesem Titel erscheint eine auf 70 Exemplare limitierte und signierte Vorzugsausgabe mit beiliegender Originalgrafik und Plakat im Schuber (Preis: 50– €).

  

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Georg Maurer
Werke in 2 Bänden
Herausgegeben von Walfried Hartinger, Christel Hartinger und Eva Maurer

In der vorliegenden Ausgabe wird das poetische und essayistische Werk Georg Maurers in einer umfassenden Auswahl versammelt. Nach Schaffensphasen gegliedert stellen die Bände den Dichter in seinem Werden als Schriftsteller vor. Seine Dichtungen und Essays werden dabei durch poetologische Zeugnisse, Briefe und weiterführende Anmerkungen ergänzt. Ein Nachwort und ein biografischer Teil mit Lebensdaten und Bildern schließen die Auswahl ab. Mit dieser Ausgabe, einer Wiederveröffentlichung der 1987 erschienen Werkausgabe,  wird das große Werk Maurers erstmals wieder zugänglich gemacht.

Über den Autor:
Georg Maurer, 1907 in Sächsisch-Regen/Siebenbürgen geboren, studierte ab 1926 Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Leipziger Universität. 1934 wurde er Mitarbeiter der »Neuen Leipziger Zeitung«. Nach dem Krieg war er zunächst als Schriftsteller und Übersetzer tätig, bis er 1955 an das Institut für Literatur berufen wurde. Hier lehrte er als Dozent für Poesie bis 1970, veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und prägte eine ganze Generation von jungen Schriftstellern. 1971 verstarb er in Potsdam.

VOR DEM KÜSSEN
Wie die Frühlingsblätter müssen
wir sein, bevor wir küssen
so zart einhüllen unser Verlangen
wie die Blätter der Bäume Stangen,
so windstill stehn
wie wir die Blätter am Abend sehn,
so durchsichtig verhüllt,
so willenlos erfüllt,
so nur dem Vogellied ergeben,
als würden wir niemals beben,
so ganz in unsre Wurzeln verklommen,
als würden wir niemals zueinanderkommen.

1.100 Seiten, schön in Leinen gebunden, mit Lesebändchen, Fadenheftung, im Schuber, 28,– €
ISBN 3-937799-15-X

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Thomas Kunst
die verteilung des lächelns bei gegenwehr

Gedichte. Texte

Thomas Kunst, geboren 1965 in Stralsund, lebt in Leipzig. Seine erste Buchveröffentlichung »besorg noch für das segel die chaussee« erschien 1991 bei Reclam Leipzig. Er erhielt 1996 den Dresdner Lyrik-Preis.


es blieb unter uns

ROST AVENUE es war ein lachen des unterlegenen und es
zerstörte es zerstörte die feinsten fasern des muts und die sanften
regungen einer tat umschlossen vom krummglas des stolzes die
vermählung der farben weiss weiss und weiss beigemischt nur
etwas braun und das hatte mit abend zu tun und mit abermals die
immergleiche ordnung des anfangs das unblutige stillhalten der
form

wir besprachen den geöffneten oktober die stelle des datums wo
dein mund noch fahne war und feuchtes zeichen die rinden um uns
die ränder abgestorben braun trocken das leise angebot eines
zertrümmerten autos das weich im schatten der bäume lag der
nieselregen der da war und die scheibenwischer nach vorn
gebogen schwarz und hart ein bedrohtes tier das der abend zu
ende dachte und von den ästen die sich da rieben der späte der
weiche jazz

134 Seiten, Broschur, 12,90 €
ISBN 3-928833-09-X

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Thomas Böhme
ballett der vergeßlichkeit

Gedichte
Mit Zeichnungen von Roger Troks

Thomas Böhme wurde 1955 in Leipzig geboren. Nach Abitur und Armee als Bibliotheksfacharbeiter und Werberedakteur tätig. Fernstudium am Leipziger Literaturinstitut von 1981 bis 1984. Zahlreiche Veröffentlichungen und Preise. Lebt in Leipzig.

64 Seiten, Broschur, 9,90 €
ISBN 3-928833-07-3

von Thomas Böhme bei uns im Vertrieb:

  • Die Einübung der Innenspur. Roman Imitation.
    200 Seiten, gebunden, 10,– €
  • ich trinke dein · plasma november. Gedichte.
    124 Seiten, gebunden, 10,– €

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Kerstin Hensel
Freistoß

Gedichte
mit zwölf plus eins Kupferstichen von Ulrich Köhler

Kerstin Hensel wurde 1961 in Karl-Marx-Stadt geboren. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester studierte sie am Leipziger Literaturinstitut. Jetzt freiberufliche Schriftstellerin. Zahlreiche Veröffentlichungen und Preise.

70 Seiten, schön gebunden, Fadenheftung, 14,90 €
ISBN 3-928833-35-9

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Andreas Reimann
Das Sonettarium

Mit 12 Graphiken von Frank Ruddigkeit

Andreas Reimann, 1946 in Leipzig geboren, Schüler Georg Maurers, politischer Häftling, seit 1973 freischaffend als Schriftsteller, wurde in den 70er Jahren durch die beiden Gedichtbände »Die Weisheit des Fleisches« sowie »Das ganze halbe Leben« bekannt, machte sich einen Namen als Theaterautor und Texter für Stephan Krawczyk oder die Rockgruppe »Lift«. Nicht zuletzt seinen kritischen Tönen ist es zu verdanken, daß es zwei Jahrzehnte gedauert hat, bis 1995 wieder ein Buch von ihm erscheinen konnte. Hier legen wir mit einer Sammlung seiner Sonette einen Band vor, von dem wir hoffen, daß durch ihn möglichst viele neue Leser den vielleicht verkanntesten Dichter unserer Tage entdecken.


Das sonettarium

Der worte sind genug verwechselt. Schaut:
auf der gebleckten zunge der belag
ist nicht des tabaks teerner niederschlag:
ich hab nur ums verrecken das gekaut,

was sprache hieß, damit ich nur die sätze,
wie ich sie meinte, durch die zähne ließ
und wörter hatte, frei von presse-krätze,
und nichts verhieß, und nicht den gries-schlamm pries.

Und dennoch sonne, großgeblüht, die nächtlich
herüberspiegelt: Dies hinwiederum
zu leugnen schamhaft, wäre selbstverächtlich...

Komm auf ein wort ins sonettarium!

Und was dir drin mißfällt, mein freund: bewein's!
Ansonsten: allen alles. Keinem keins.

 

Urlaubskarte

Ich bin in z., doch z. ist nicht bei mir
Bei mir ist r. Das heißt: Nicht ganz. Das heißt:
R. tut hier tun, als wäre sie nicht hier
Beziehungsweise hier, doch nicht verreist.

Und ist's ja nicht. Drum ist sie nicht ganz nah.
Und ich nur hier und nicht so ganz bei r.
Obzwar hier z. ist. Und das meer noch da.
Doch ohne r.?: Das meer gibt's auch nicht mehr.

Das also heißt (wenn ich mich recht versteh):
ich bin vermutlich auch noch nicht in z.,
da r. nicht z. zwecks z. und mir betritt.

Wenn ich die lage halbwegs überseh,
scheint mir der irrtum irgendwie komplett:
ich wollt zu r. nicht gehen, sondern: mit.

76 Seiten, schön gebunden, Fadenheftung, 14,90 €
ISBN 3-928833-32-4

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Diese Seite wurde zuletzt am 28.02.2010 überarbeitet.